ARS - Antibiotika-Resistenz-Surveillance

Die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen gegen Antibiotika hat sich weltweit zu einem gravierenden Problem der öffentlichen Gesundheit entwickelt, da dadurch die Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten zunehmend erschwert wird. Als Reaktion darauf hat das Bundesministerium für Gesundheit die Deutsche Antibiotika Resistenzstrategie (DART) entwickelt. Eine zentrale Stellung nehmen dabei Surveillance-Systeme zur Antibiotika-Resistenz sowie zum Antibiotika-Verbrauch ein, um auf der Basis verlässlicher und repräsentativer Daten Maßnahmen zur Begrenzung des Problems ergreifen zu können.

Mit ARS - Antibiotika-Resistenz-Surveillance in Deutschland - wurde die Infrastruktur für eine flächendeckende Surveillance der Antibiotika-Resistenz etabliert, die sowohl die stationäre Krankenversorgung als auch den Sektor der ambulanten Versorgung abdeckt. Damit sollen belastbare Daten zur Epidemiologie der Antibiotika-Resistenz in Deutschland bereitgestellt sowie differentielle Aussagen nach Strukturmerkmalen der Krankenversorgung und nach Regionen möglich werden.

ARS ist konzipiert als laborgestütztes Surveillancesystem zur kontinuierlichen Erhebung von Resistenzdaten aus der Routine für das gesamte Spektrum klinisch relevanter bakterieller Erreger. Projektteilnehmer und damit Datenlieferanten sind Laboratorien, die Proben aus medizinischen Versorgungseinrichtungen und Arztpraxen mikrobiologisch untersuchen.

ARS als nationales Surveillance-Netzwerk bildet die Grundlage für die Beteiligung Deutschlands an den internationalen Surveillancesystemen zur Antibiotikaresistenz: am European Antimicrobial Resistance Surveillance Network (EARS-Net) sowie am Global Antimicrobial Resistance Surveillance System (GLASS) der Weltgesundheitsorganistation WHO.

Aktuelles

+++ 15.09.2022 +++
Die Datenbasis für die Reports der Webseite wurde aktualisiert. Der Öffentlichkeit stehen nun Daten für die Jahre 2008-2021 zur Verfügung. Für das Jahr 2021 können Daten von ca. 700 Einrichtungen der stationären Versorgung sowie 24.000 Einrichtungen der ambulanten Versorgung abgerufen werden.

+++ 10.05.2022 +++
Vorankündigung: 6. Workshop Antibiotikaresistenz
Das Robert Koch-Institut, die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und das Bundesinstitut für Risikobewertung veranstalten vom 14. bis 16. November 2022 den 6. Workshop Antibiotikaresistenz im Bundesinstitut für Risikobewertung. In acht Sessions werden aktuelle Themen der Antibiotikaresistenz bei Menschen, Tieren und in der Umwelt mit einem besonderen Fokus auf One Health vorgestellt. Für diese Veranstaltung sind Fortbildungspunkte der Ärztekammer Berlin beantragt. Wir freuen uns auf Teilnehmende aus den humanmedizinischen und tiermedizinischen Bereichen. Weitere Informationen folgen in Kürze.


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