Ziele - Aufgaben - Netzwerk

Mit ARS wurde eine kontinuierliche laborgestützte Resistenz-Surveillance etabliert, die auf den organisatorischen Strukturen und methodischen Erfahrungen der Surveillance-Systeme European Antimicrobial Resistance Surveillance System (EARSS) - und German Network for Antimicrobial Resistance Surveillance (GENARS) aufbaut, diese integriert und auf eine breitere Basis stellte.

Das übergeordnete Ziel der Resistenz-Surveillance besteht in der Bereitstellung von Referenzdaten zur Resistenzlage in der stationären sowie in der ambulanten Versorgung. Die Surveillance erstreckt sich auf alle klinisch relevanten bakteriellen Erreger aus allen Materialien. Für belastbare Aussagen ist eine repräsentative Datenbasis erforderlich, d.h. die an der Surveillance teilnehmenden Einsender von klinischen Proben sollten (zumindest annähernd) sowohl geographisch als auch hinsichtlich Art und Größe die Versorgungssituation in Deutschland abbilden.

Daraus ergeben sich zunächst Aufgaben für den Aufbau einer geeigneten Infrastruktur:

  • Entwicklung einer Schnittstelle zur elektronischen Übermittlung von Resistenzdaten von Laboratorien an die ARS-Zentrale
  • Aufbau eines zentralen Datenmanagements
  • Entwicklung von automatisierten Auswertungsroutinen
  • Aufbau einer webbasierten interaktiven Ergebnisabfrage

Die ARS-Infrastruktur mit den genannten Komponenten ist inzwischen etabliert; seit 2008 wird kontinuierlich von einer wachsenden Zahl von Laboratorien der Resistenzdatenpool aufgebaut. Ende 2010 endete die Förderung durch das BMG; ARS wird seitdem als kontinuierliche Aufgabe des RKI fortgeführt.

Dies umfasst folgende Leistungen:

  • interaktive Datenbank zur Resistenzsituation und –entwicklung der wichtigsten bakteriellen Erreger
  • Feedback von Resistenzdaten für teilnehmende Labore
  • Etablierung eines Frühwarnsystems für besondere und neu auftretende Resistenzen
  • Ausweitung der Datenbasis durch Akquise weiterer Teilnehmer
  • Kooperation mit dem europäischen Surveillance-Netzwerk EARS-Net
  • Kooperation mit den Nationalen Referenzzentren und Konsiliarlaboratorien
  • wissenschaftliche Auswertung und Publikation zu besonderen Fragestellungen
  • Unterstützung von wissenschaftlichen Studien

Aus den Zielen und Aufgaben ergibt sich folgende Struktur für ARS:

Struktur des ARS-Netzwerks Struktur des ARS-Netzwerks Quelle: © Robert Koch-Institut

Laboratorien, die Proben aus medizinischen Versorgungseinrichtungen und Arztpraxen mikrobiologisch untersuchen, nehmen auf freiwilliger Basis an ARS teil. Sie übermitteln die Resistenzergebnisse bakterieller Erreger in standardisierter Form über eine elektronische Schnittstelle an die Zentrale im Robert Koch-Institut, wo die eingehenden Daten nach Plausibilitätsprüfung in einer zentralen Datenbank abgelegt werden. Resistenzdaten eines bestimmten Zeitraumes werden für die häufigsten Erreger (differenziert nach Region und Versorgungsstufe der Einrichtung) in aggregierter Form auf dieser Website öffentlich zugänglich gemacht. Für ARS-Laboratorien bietet die interaktive Webdatenbank ein strukturiertes Feedback in der Form, dass sie z.B. einsenderspezifische Resistenzstatistiken der von ihnen betreuten Einrichtungen abrufen und ihren Kunden zur Verfügung stellen können. Einsenderspezifische Daten sind dabei nur für das versorgende Labor zugänglich.

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

©Robert Koch-Institut
Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt