European Antimicrobial Resistance Surveillance Network EARS-Net

1998 wurde das European Antimicrobial Resistance Surveillance System (EARSS) als Netzwerk nationaler Systeme zur Surveillance der antimikrobiellen Resistenz gegründet und aus Mitteln der EU-Kommission finanziert. Das Ziel des Surveillance-Systems ist die Erhebung valider Resistenzdaten für ausgewählte Erreger als Grundlage für die Darstellung von zeitlichen Entwicklungen sowie von Unterschieden zwischen Ländern und Regionen Europas.

Das Monitoring betrifft Staphylococcus aureus, Streptococcus pneumoniae, Enterococcus faecium/faecalis, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Klebsiella pneumoniae sowie seit 2012 auch Acinetobacter spp. Berücksichtigt werden nur Erstisolate aus Blutkulturen und Liquor. Die Resistenztestung erfolgt nach erregerspezifischen Standardprotokollen, die detaillierte Angaben hinsichtlich der Methodendurchführung und der Art der zu testenden Antibiotika beinhalten. Als Ergebnis werden die Bewertungen "resistent", "intermediär" und "sensibel" (RIS) gemäß den jeweiligen nationalen Richtlinien akzeptiert. Zur Qualitätskontrolle wird jährlich ein Ringversuch durch ein externes Institut durchgeführt.

Zu Jahresbeginn 2010 ist das Netzwerk an das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) transferiert worden und wird dort unter der neuen Bezeichnung European Antimicrobial Resistance Surveillance Network (EARS-Net) fortgeführt.

Resistenzdaten der Erreger unter Surveillance können für alle Teilnehmerstaaten über eine interaktive Datenbank abgerufen und u.a. als Landkarten ausgegeben werden. Darüber hinaus werden Jahresberichte veröffentlicht.

Die Beteiligung Deutschlands an der europäischen Surveillance war bis zur Etablierung von ARS durch starke Fluktuation und ein sehr niedriges Niveau der Teilnahme gekennzeichnet. 2007 nahmen 13 Laboratorien, die 30 Krankenhäuser diagnostisch versorgten, teil. Seit 2008 steigt die Anzahl der teilnehmenden Labore und der durch sie versorgten Krankenhäuser kontinuierlich an; 2013 war ein Stand von 22 Laboren und 260 Krankenhäusern erreicht.

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

©Robert Koch-Institut
Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt