Reports

In den Berichten werden die Ergebnisse für jene Antibiotika aufgeführt, die für den gewählten Erreger relevant sind. Die den Berichten zugrunde liegende Matrix "Antibiotika x Erreger" finden Sie hier:

Als Ergebnis werden die absoluten und prozentualen Häufigkeiten für die Kategorien S, I und R angegeben. Prozentwerte ">0.0 und < 0.1" werden als "0.0" ausgegeben.

Erstisolate - copy strain-Regeln

Die Reports basieren auf Erstisolaten, d.h. dem ersten Isolat des Erregers pro Patient und kalendarischem Quartal, bei der Option „Material = Blutkultur“ dem ersten Isolat des Erregers aus Blutkultur pro Patient und kalendarischem Quartal.

Screenings

Krankenhäuser führen zunehmend bei Patientenaufnahme und/oder in Risikobereichen Screenings auf multiresistente Erreger durch (z.B. auf MRSA - Methicillin-resistente S. aureus, VRE – Vancomycin-resistente E. faecium, multiresistente gram-negative Erreger). Diese zum Screeening entnommenen Proben werden mit Schnelltesten auf das Vorliegen der jeweiligen Resistenz analysiert und nur bei positivem Ergebnis wird ein Antibiogramm erstellt. Dieses sequentielle Vorgehen führt zu verzerrten Resistenzraten, da die jeweiligen sensiblen Isolate nicht in die Berechnung eingehen. Um das zu korrigieren, werden Isolate aus Proben, die als Screenings deklariert sind, aus der Datenbasis ausgeschlossen. Diese Korrektur ist leider unvollständig, weil nicht alle Laboratorien die Unterscheidung von Screenings und klinischen Proben an ARS übermitteln können.

Um diesen Mangel ansatzweise auszugleichen, werden für die Berechnung von Resistenzraten für S. aureus auch Isolate aus Nasenabstrichen bzw. Nasen-/Rachenabstrichen ausgeschlossen, für die Berechnung von Resistenzraten für Enterokokken und gram-negative Erreger Isolate aus Analabstrichen und Stuhlproben, da es sich überwiegend um Screeninguntersuchungen handeln dürfte.

Erreger - Besonderheiten

E. faecium: nur Ergebnisse für Isolate aus Blutkulturen
Enterokokken werden oft (besonders aus Urinproben oder Abstrichen) nicht bis auf Speziesebene differenziert. Wenn dann die Empfindlichkeitstestung eine Resistenz gegenüber Vancomycin ergibt, wird die Spezies - E. faecium - bestimmt. Durch dieses Vorgehen wird die VRE-Rate verzerrt, da die Vancomycin-sensiblen E. faecium-Stämme - als Enterococcus spp. dokumentiert – im Nenner der E. faecium-Isolate fehlen.

A. baumannii – A. baumannii complex:
Der Einsatz neuer Methoden (Matrix-unterstützte Laserdesorptions/Ionisations-Flugzeit-Massenspektrometrie; MALDI-TOF) hat zu Verschiebungen in der Verteilung der Speziesidentifizierungen innerhalb der Gattung Acinetobacter geführt; so werden seltener A. baumannii identifiziert, demgegenüber wird häufiger A. baumanii complex detektiert. Diese Veränderungen konnten in den Jahren 2012 und 2014 in der ARS-Datenübermittlung nicht adäquat abgebildet werden.

Ab Juli 2015 wird nur noch die Bezeichnung „Acinetobacter baumannii complex“ zur Auswahl vorgegeben; für die zurückliegenden Jahre werden damit praktisch die Isolate ausgewählt, die als „Acinetobacter baumannii“ identifiziert wurden, ab 2015 (Update der ARS-Schnittstelle) umfasst diese Kategorie neben A. baumannii auch A. nosocomialis und A. pittii.

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